Vertical Gardening

Erfahrungsbericht aus Balkonien und Resümee der ersten Saison

 

Um mich selber in kleinen Mengen auch über meinen Balkon selbst versorgen zu können, habe ich im Juni 2017 ein Projekt zu vertical gardening begonnen. Es hat mich immer wieder sehr ärgert, dass gerade Kräuter in Plastik verpackt angeboten werden. Entweder in Topfform mit Plastiksackerl drüber und Plastiktopf unten. Oder geschnitten besonders toll in der Plastiktasse und Plastiksackerl drüber. Somit habe ich in meiner ersten Saison auf Balkonien besonderen Wert auf Kräuteranbau gelegt.  Und täglich das frische Grün am Teller selbst geerntet essen zu können, macht schon ganz besonders Freude. Und köstliche Smoothies kann man dann auch selber machen!

Mein Balkon ist südseitig ausgerichtet und bietet auf einer Länge von drei Meter und einer Höhe von ca. 1,2 Meter auf drei Etagen Platz zum Anbauen von Gemüse und Kräutern. Gestartet habe ich mit dem vertikalen Verbau meiner vorderen Balkonfront, dh der Garten ist im Sommer der Sonne abgeneigt, reflektiert wird die Einstrahlung des Lichts durch die weißen Wände.

Geerntet habe ich drei kg Erdäpfel (ja, das funktioniert auch, weil die vertikalen Wände aus einem dichten Erdkörper bestehen), Salate (besonders zu empfehlen Spargelsalat, da hochwüchsig und Blatt für Blatt zu ernten), jede Menge Kräuter wie Basilikum, Thymian, Pfefferminze, Melisse, Bergminze, Ysop, Oregano, Majoran, Duftnessel, Bohnenkraut, Rosmarin, Borretsch, Paradeiser, zwei Sorten Spinat, Unmengen Kapuzinerkresse frisch, für Suppe und Pesto, und Kärntner Stangenbohnen, die wir als Teilbeschattung auf einer Rankhilfe ziehen.

Einige der Kräuter habe ich frisch zu Sirup verwandelt – meine Kinder waren da sehr kreativ!  Und Salbeisirup (Salbei wächst wirklich üppig) in kleinen Mengen schmeckt lecker im Kräutertee in der Erkältungs-Winter-Zeit!

Über den Herbst und Winter habe ich die Wintergemüsesarten Postelein, Pak Choi, essbare Chyrsantheme, Feldsalat, Hirschhornwegerich, Wasabino, Mizuna und Endivien getestet. Im Jänner 2018, vor dem starken Frost, haben wir noch Spinat geerntet!

Das Frühjahr steht schon in den Startlöchern und demnächst werden wir mit dem Anbau beginnen – Bio-Jungpflanzen erhalten wir von einer Gärtnerei in Neulengbach und ein paar spezielle Kräuter werde ich mir wieder von der Leisenhof-Gärtnerei aus Linz abholen (ein wirklicher  Geheimtipp, was gesunde Pflanzerln angeht). Einzelne Pflanzensorten werden wir auch selber groß ziehen. Und dann bin ich natürlich noch gespannt, welche Pflanzen den Winter überstanden haben und neu austreiben.

Der vertikale Garden wurde von Jürgen Herler, HerbioS (vertikale Anbausysteme made in Austria), für meinen Balkon maßangefertigt und besteht aus drei einzelnen Modulen, die jederzeit wieder abgebaut und auch einzeln verwendet werden können.

https://www.herbios.at/

mehr Infos https://www.backofficeandmore.at/projekte/vertical-gardening

Fotos © Michaela Schmitz

Kommentar 4

  1. Ursula Ernst
    16. Januar 2019

    Moin aus Flensburg,
    nach vierundzwanzig Jahren Landleben sind wir nun wieder in die Stadt gezogen. Natürlich möchte ich meinen Balkon gut nutzen. Ich bin auf vertikal gardening gestoßen und fand die Idee gut. Ich habe ein paar Fragen dazu.
    1. Muss man unter die Tasche eine Auffangwanne stellen oder bleibt das Wasser in den Taschen?
    2. Muss ich die Wand vor Feuchtigkeit schützen?
    3. Nehme ich die Pflanzen aus den Töpfen oder nicht?
    4. Muss ich den Vermieter um Erlaubnis fragen?
    Vielleicht können Sie mir helfen.
    Liebe Grüße
    Ursula Ernst

    1. 4. Februar 2019

      Liebe Frau Ernst!
      Wir haben uns mit Frau Schmitz, die den Blog-Beitrag über Vertical Gardening geschrieben hat, kurzgeschlossen und folgende Antworten erhalten:

      ad 1: Wenn richtig dosiert gegossen wird, dann muss man grundsätzlich nichts aufstellen. Es gibt vertikale Systeme mit Auffangtassen für überschüssiges Wasser. Ich selber hab an drei Stellen, wo es mir manchmal überläuft, Blumentöpfe positioniert. Das übergelaufene Wasser verwende ich dann wieder zum Gießen. Das Wasser bleibt nicht in den Tassen, sonst würde es zu Staunässe kommen. Es gibt ebenso schon automatisiertes Gießen – die Schläuche werden vorher verlegt. Ich habe an meinem Raum_Wagen auch noch Kräutertürme, die werden über ein Rohr gegossen (https://www.backofficeandmore.at/projekte/raumwagen/mobile-kraeutertuerme-von-herbios)
      ad 2: Kommt auf die Rückenwand an – meine Wand, an der das System steht, ist aus Glas – beim Bau des vertikalen Gartens wird darauf Rücksicht genommen, wo das vertikale System montiert wird und darauf geachtet, dass es nicht zu einem Feuchtigkeitsaustausch kommt
      ad 3: Pflanzen werden ohne Topf direkt in die Erde gesetzt
      ad 4: Ich nehme an, dass das auf den Vermieter ankommt. Mein System von HerBios-Vertikalbeet (https://www.vertikalbeet.at/) ist frei stehend und nicht am Balkon direkt montiert, dh jederzeit einfach wegnehmbar und ich habe nicht gefragt, ob ich es aufstellen darf

      Die gesamte Gruppe von #ichbinsoplastikfrei wünscht Ihnen viel Erfolg mit Ihrem Projekt! Vielleicht haben Sie ja mal Lust uns ein paar Zeilen zu Ihren ersten Erfahrungen im Vertical-Gardening zu schreiben! Herzliche Grüße vom TEAM-#ichbinsoplatikfrei

  2. Ursula Ernst
    9. Februar 2019

    Liebe Frau Kainmüller,
    danke für Ihre ausführliche Antwort. Ich werde sehen, wie ich zurechtkomme. Leider müsste ich die Wand zur Aufstellung oder Aufhängung benutzen. Ob dass die Wand angreifen würde, weiß ich nicht. Aber ich werde mich weiter umschauen und hoffentlich ein kleines Balkonparadies erschaffen können.
    Ganz liebe Grüße
    Ursula Ernst

    1. 18. Februar 2019

      Liebe Frau Ernst!
      Sie werden eine gute Lösung für Ihre Balkonparadis finden!
      Sie können sich auch gerne direkt mit Frau Schmitz in Verbindung setzen, wenn Sie möchten…
      Alles Gute und viel Erfolg!
      Freundliche Grüße vom Team-#ichbinsoplastikfrei

Hinterlasse einen Kommentar